Winterthur: Wohin?

Jürgs Politik und Ziele

Die letzten Jahre waren in Winterthur geprägt von Sparprogrammen, Steigerung der Sozialhilfekosten und dem verängstigten Festhalten an Bestehendem.

winterthurer_wappen

Ich meine, dass wir wieder vorwärts schauen sollten, neue Ideen ausprobieren und für den Rest der Schweiz nicht mehr das «helvetische Griechenland», sondern die Stadt der Innovationen sein wollen. Mein Ziel ist es, dass wir alle wieder stolz auf unsere Stadt sein können – haben wir nicht zwei kämpferische Löwen in unserem Wappen?

Uns geht es gut!

Hört man dem medialen Jammern zu – inklusive der Leserbrief- und Meinungsspalten – könnte man meinen, dass es uns wirklich schlecht geht. Doch Hand aufs Herz, geht es den meisten von uns nicht ausgezeichnet? Wir alle haben ein Dach über dem Kopf, im Winter ist es sogar geheizt, mehr als genug zu essen, die medizinische Versorgung ist hervorragend und für Unterhaltung auch im Niedrig-Budget-Bereich ist praktisch täglich gesorgt. Damit nicht genug: Die meisten haben mindestens ein eigenes Automobil, können sich mehrmals pro Jahr Ferien ausserhalb der eigenen vier Wände gönnen und lassen sich regelmässig im Gasthaus bewirten. Ist das Leben nicht wunderbar?

Leben bedeutet Veränderung…

… nur der Tod ist konstant. Eine Binsenwahrheit, ja – allerdings bedeutet das, dass wir für unser wunderbares Leben etwas tun müssen. Winterthur muss sich weiterentwickeln. Wenn wir stehen oder gar «liegen» bleiben, werden wir uns bald in einem weniger schönen Leben wiederfinden. Wer sparen und bewahren zum Hauptzweck erhebt, hat nicht verstanden, wie man vorwärts kommt.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich will nicht der grenzenlosen Verschwendung das Wort reden, das wäre für einen Grünen auch ziemlich merkwürdig, aber zur richtigen Zeit, die wichtige Investition tätigen ist für eine prosperierende Stadt von grosser Wichtigkeit.

«Dene wos guet geit, giengs besser…»

Mani Matter hat dies Anfang der 70er des letzten Jahrhunderts besungen und ist heute aktueller denn je: Sorgen wir dafür, dass denen, die am Rand der Existenz leben müssen, ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird. Die meisten von uns haben mehr als genug – warum sollen wir davon nicht ein bisschen etwas abgeben? Ja, es gibt die Faulen und Schmarotzer – geschätzt etwa einen auf zehn Sozialhilfebeziehende. Sollen die neun anderen wegen des einen wirklich noch mehr leiden müssen?

Bildung ist unser Kapital

Der wichtigste Rohstoff, den die Schweiz selber fördern kann, ist die Bildung. Als Stadt der Studierenden hat Winterthur durchaus schon ein gutes Image. Daran können wir aber noch arbeiten und die Bildungslandschaft noch attraktiver gestalten. Neben der ZHAW haben wir weitere herausragenden Bildungsstätten, wie zum Beispiel die «Metalli».

Wenn es uns gelingt, unsere ehemalige Industriestadt zu einem Magneten für innovative Firmen zu transformieren, so führt dies zu einem Schub, der uns allen hilft. Neben der Quelle von gut ausgebildeten Menschen ist auch eine gute Infrastruktur von grosser Bedeutung. Dazu gehören ein effizienter öffentlicher Verkehr, zeitgemässe Kommunikationsanbindung und bereitstehende Lokalitäten in denen sich die Firmen einmieten können. Gute Mitarbeitende wünschen sich für die spärliche Freizeit örtliche Unterhaltungsangebote, bei denen sie sich erholen können. Hier kann Winterthur schon heute einiges und in Zukunft noch mehr bieten!

Kulturstadt

Ein wichtiger Pfeiler der hohen Lebensqualität in unserer Stadt ist das breite Kulturangebot. Hier gibt es für jeden etwas: International bekannte Museen (neben den Kunstmuseen gehören da auch das Technorama und die Fotostiftung dazu), grosse und kleine Theater, klassische und zeitgenössische Konzerte, die Musikfestwochen, die Kurzfilmtage, Kinos und vieles mehr. Das gilt es unbedingt zu erhalten. Dabei sollten die verschiedenen Anbieter nicht gegeneinander ausgespielt, sondern die Breite als Qualität betrachtet werden.

Gartenstadt und Grünräume

Durch die Verdichtung nach innen – welche aus energetischen und landschaftsschonenden Gründen sinnvoll ist – gerät Frei- und Grünraum im innerstädtischen Bereich immer mehr unter Druck. Dieser muss mit geeigneten Massnahmen geschützt und auch langfristig gesichert werden. Eine von den Grünen mitverfasste Motion (2012-073) wurde vom Palament für erheblich erklärt. Als Stadtrat darf ich mich um eine Umsetzung dieses Anliegens kümmern.

Fazit

Es geht uns blendend – wir müssen aber etwas tun, damit unser Leben so wunderbar bleibt, wie es ist. Packen wir’s an!