Die Sachkommissionen eines Parlaments beraten die Geschäfte vor. Das ist darum besonders wichtig, weil 60 Personen gar nicht in der Lage wären, innert nützlicher Frist alle anstehenden Geschäfte miteinander zu besprechen und eine möglichst nachhaltige Entscheidung zu treffen.
Die Mitglieder in einer vorberatenden Sachkommission spiegeln die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat. Sie vertiefen sich in die ihnen zugewiesenen Geschäfte und besprechen diese im Detail. Hier werden viele Fragen gestellt und allenfalls zusätzliche Abklärungen verlangt. Es ist im Interesse des Stadtrates, die Kommission möglichst umfassend zu informieren. «Überraschungen» im Parlamentsbetrieb mögen zwar der Unterhaltung der wenigen Zuschauer und der Medienvertreter dienen, sind aber meist nicht sachdienlich. In einer Schlussabstimmung mit Stimmzwang empfiehlt die Kommission ein Geschäft zur Annahme oder Ablehnung. Dieser Empfehlung wird im Rat, bei eindeutigem Resultat, meist Folge geleistet.
Ich erlebe die Kommissionsarbeit als den spannendsten Teil im Parlament. Hier lernt man die Mitglieder der anderen Fraktion auch persönlich kennen und schätzen. Hier werden auch mehrheitsfähige Ideen geschmiedet – radikale Vorstellungen haben keine Chance.

Sachkommission Bau und Betriebe (BBK)

Gleich zu Beginn meiner Politkarriere 2007 durfte ich als Mitglied der BBK tätig sein. In dieser werden Geschäfte aus der Entsorgung (Abfall und Kläranlage), Stadtwerk, Stadtbus, Stadtgrün, sowie Hoch- und Tiefbau beraten.
Konkret sind das beispielsweise neue Schulhäuser, Zonenplanänderungen, neue Fernwärmeversorgungen (z.B: der Heiligbergtunnel), neue Fahrzeuge für Stadtbus und Forstamt oder das neue Polizeigebäude. Sobald ein Vorhaben die Kompetenzgrenze des Stadtrats übersteigt, muss das Parlament entscheiden und damit die BBK darüber brüten – man spricht im Politikjargon von «Lesungen».

Sachkommission Soziales und Sicherheit (SSK)

Seit dem Legislaturstart 2014 darf ich die SSK präsidieren. Diese Kommission berät die Geschäfte der Feuerwehr bzw. neu «Schutz und Intervention», der Stadtpolizei, der Alterszentren, dem Stadtrichteramt, dem Zivilstandsamt, der KESB, dem Umwelt- und Gesundheitsschutz, sowie den Abteilungen des Sozialamtes vor. Sie tagt weniger oft als die BBK – hat also weniger Lesungen. Trotzdem sind die Diskussionen hier ein wenig stärker polarisiert. Die in den letzten Jahren ständig angestiegene Sozialhilfequote, die Turbulenzen bei den Alterszentren und die Personalfragen bei der Stadtpolizei begleiten diese Kommission schon seit Jahren.