Miteinander

Die anstehenden Aufgaben in unserer Stadt können wir nur anpacken, wenn wir zusammenspannen. Im Mehrgenerationenhaus «Giesserei» durfte ich während mehr als 5 Jahren die Erfahrung machen, dass ein kleines Dorf dann besonders gut und zügig vorankommt, wenn alle am gleichen Strick ziehen. Partikularinteressen und Lösungen, die nur wenigen nützen, bringen die Gemeinschaft nicht weiter. Wir sind alle voneinander abhängig und aufeinander angewiesen, tun wir also nicht so, als könnte jeder für sich allein existieren!

Unsere Umwelt

Die Grünen haben sich seit ihrer Gründung in den 80ern des letzten Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben, dass sie sich für die Umwelt einsetzen. Tatsache ist, dass unsere Umwelt locker ohne Menschen auskäme – umgekehrt leider eher nicht. Soll die Menschheit also weiterhin bestehen, kommen wir nicht umhin, etwas für die Umwelt zu tun. Mein Lieblingswitz zu diesem Thema:

Treffen sich zwei Planeten. Der eine zum andern: «Hey, wie geht’s denn so?» Der andere antwortet betrübt: «Uff, sehr schlecht!» – «Was? Warum denn?» – «Ahh, ich habe die Menschheit.» – «Die kenne ich. Halb so schlimm, das geht vorbei!»

Es hilft dabei wenig, die sogenannte «Überbevölkerung» auf unserem Planeten zu beklagen und sie als Ursache allen Übels zu bezichtigen. Praktisch an dieser Schuldzuweisung: Ich muss nichts ändern, schliesslich kann ich ja nicht damit beginnen wahllos Leute umzubringen, um der «Überbevölkerung» Herr zu werden.

Der schwedische Wissenschaftler Hans Rosling zeigt wunderbar auf (siehe Youtube-Video einer ZDF-Sendung), dass die Angst vor einem überquellenden Planeten unbegründet ist. Rosling ist übrigens kein Ökofreak, sondern ein Statistik-Experte!

Energieversorgung

Wir wenden rund einen Drittel des Gesamtenergieverbrauchs zum Heizen auf. Wenn wir die Gebäude konsequent gut isolieren und die Wärmeerzeugung mit Fernwärme aus der Abfallverwertung oder mit Wärmepumpen realisieren, gibt es hier ein riesiges Sparpotenzial. Nach wie vor erzeugen viele Haushalte ihr Brauchwarmwasser mit Elektroboilern oder heizen gar mit Elektrospeicherheizungen – ein Verschwendung sondergleichen.

Ein weiteres Drittel der Energie wenden wir für die Mobilität auf – heute fast ausschliesslich mit fossilen Treibstoffen, die erstens endlich sind und zweitens die CO2-Belastung stark erhöhen. Dank Elektromobilen, die ihre Speicherbatterien dem Netz zur Verfügung stellen, werden wir hier massiv den Verbrauch reduzieren und erst noch etwas für die Netzstabilität tun. Ein Elektromotor ist etwa 5x effizienter als ein Verbrennungsmotor und hat erst noch ein durchgängiges Drehmoment. Die Technologie ist da – wir müssen sie nur noch nutzen.

Im letzten Drittel haben wir noch die Beleuchtung und die Haushaltgeräte. Hier schlägt der Kühlschrank am meisten zu Buche: Er läuft in jedem Haushalt 24 Stunden pro Tag, während 7 Tagen die Woche – das läppert sich!

Dezentrale Stromproduktion

Gerade zur Abstimmung über die Abschaltung der Atomkraftwerke (AKW) am 27. November 2016 überbieten sich die Befürworter dieser antiquierten Technologie. Wie zuverlässig die AKW Strom in der Schweiz liefern, sieht man gerade im Herbst 2016: zwei Atommeiler sind ausser Betrieb und liefern keinen Strom – trotzdem gibt es keinen Blackout.

Der Preis für die Kilowattstunde ist auf dem tiefsten Niveau seit der Erfindung der Glühlampe. Je nach Lesart sind die «unbedeutenden» (O-Ton Atomstromlobby) Erneuerbaren schuld oder der tiefe Preis für fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas. Je schneller wir uns unabhängig von den ausländischen Quellen machen, desto besser. Aber nicht etwa mit neuen zentralen Grosskraftwerken, die aus dem Ausland importierten Brennstoff (ja, auch Uran!) verbrennen, sondern mit dezentraler Produktion durch Solarenergie, Biomasse, Geothermie oder Windkraft. Dank immer besserer Speichertechnologie können wir überschüssigen Strom speichern. Damit entlasten wir das Netz und dieses wird stabiler. Wir werden unabhängiger!

Thorium ist leider keine Lösung

Den findigen Ingenieuren ist natürlich aufgefallen, dass die aktuelle AKW-Technologie weder sicher noch rentabel ist. Allen voran die Chinesen entwickeln eine neue Art Atommeiler, der sich nicht nur mit dem teuren und aufwändig anzureichernden Uran beschicken lässt, sondern auch mit dem viel einfacheren und häufigeren Nuklid Thorium-232. Diese Reaktoren der 4. Generation seien endlich immanent sicher (hatten wir das nicht schon bei den Leichtwasserreaktoren?) und könnten den Brennstoff viel effizienter ausnutzen.

Tönt gut – ist aber immer noch eine veraltete Art Strom zu produzieren. Die Atomlobby rechnet mit einer Inbetriebnahme des ersten produktiven Reaktors ab dem Jahr 2040. Wir dürfen keinesfalls bis dann die Hände in den Schoss legen. Diese neue Flüssigsalzreaktor-Technologie schreibt die Geschichte der zentralen Stromproduktion fort, als ob hier zur Zeit nicht alles im Umbruch wäre.

Was übrigens so harmlos tönt, dieses «Flüssigsalz», ist nicht etwa in Wasser aufgelöstes Kochsalz, sondern beispielsweise Natriumfluorid-Natriumberylliumfluorid – und nein, das ist nicht so harmlos wie Natriumchlorid (NaCl = Kochsalz), sondern hochgiftig und korrosiv.